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Bericht zur Veranstaltungsreihe "Jüdisches Leben in Mainz und in Brasilien"


Die gemeinsame Veranstaltungsreihe von BrasilNilê e.V. und der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Oberstadt e.V. (ÖFO) fand von Anfang März bis Ende Mai 2022 statt. Das Ziel der Veranstaltungsreihe war es, das Ziel Nr.16 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ ins Zentrum der Öffentlichkeit zu rücken und dabei die Rolle von religiösen Minderheiten zu thematisieren, die aufgrund ihrer religiösen Zuordnung u.a. Verfolgung und Gewalttaten ausgesetzt sind.

Der Fokus der zweiteiligen Veranstaltungsreihe lag auf den Lebenswelten und den Lebenssituationen von jüdischen Menschen, die in Mainz und in Brasilien gelebt haben. Um einen Einblick in diese vielfältigen Lebenswelten zu erhalten, wurde zum einen eine Führung durch die Neue Synagoge in Mainz am 3.04.2022 und ein Vortrag mit dem Titel „Jüdisches Leben in Brasilien“ am 7.05.2022 im Interkulturellen Bildungs- und Begegnungszentrum in Mainz Oberstadt organisiert.

Bei der Führung durch die Neue Synagoge in Mainz am 3.04.2022 haben wir mit 15 Teilnehmenden die Synagoge besucht und interessante Einblicke in das Leben der jüdischen Gemeinde in Mainz gewonnen. Die Gäste wurden zu Beginn der Führung im Namen der ÖFO e.V. von Rabia Salim und im Namen von BrasilNile e.V. von Ana Graça Wittkowski begrüßt. Die Führung selbst wurde von einem außerordentlich kompetenten Referenten und Mitglied der jüdischen Gemeinde in Mainz, Andreas Berg, gestaltet. Durch ihn haben die Teilnehmenden ihr Wissen über das jüdische Leben in Mainz erweitert und konnten Fragen zu religiösen Lebensweisen stellen, Gemeinsamkeiten feststellen sowie ihre eigenen Wissensbestände zum Judentum hinterfragen und ihre Vorurteile abbauen. Die Führung dauerte insgesamt mehr als zwei Stunden, in denen es zu einem regen Dialog über die Gemeinsamkeiten zwischen Religionen und den 17 Nachhaltigkeitszielen kam. Weiterhin lobte die ebenfalls beteiligte Gemeindereferentin der jüdischen Gemeinde unsere Initiative, explizit Menschen mit Migrationsgeschichte als Zielgruppe in die Bildungsarbeit anzusprechen.

Beim zweiten Teil unserer Veranstaltungsreihe, der am 7.05.2022 von 14 Uhr bis 15:30 Uhr unter dem Titel „Jüdisches Leben in Brasilien“ im Interkulturellen Bildungs- und Begegnungszentrum in Mainz stattfand, nahmen 10 Personen teil.

Der Vortrag befasste sich mit der jüdischen Migration nach Brasilien und deren Chancen für eine Integration in die Gesellschaft. Die Referentin stellte berühmte jüdische Persönlichkeiten vor, die aus Deutschland nach Brasilien migriert sind, und thematisierte die Bedeutung von Menschenrechten.

Wie Minderheiten stärker geschützt und ihre Rechte gewahrt werden können sowie die Frage, was jede*r einzelne tun kann, um einen Beitrag zum Leben in Frieden und Sicherheit zu leisten, wurde in den an die Vorträge anschließenden Diskussionen von den Teilnehmenden besonders intensiv diskutiert. Wir danken allen Teilnehmenden und der Referentin für den Austausch, besonders dafür, dass Vortrag und Diskussion durch die persönlichen Erfahrungen anschaulich und lebendig wurden.


Die Veranstaltung ging ca. 16.30 Uhr zu Ende und von den Anwesenden wurde der Wunsch geäußert, dies zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen und auch auf digitalem Wege mehr Menschen zugänglich zu machen.

Mit der Veranstaltung hatten sich die Veranstalter das Ziel gesetzt, Impulse für die friedliche Koexistenz aller Menschen zu setzen und das gemeinsame Miteinander und das Demokratiebewusstsein in der Gesellschaft zu stärken. Zweifellos konnte die Veranstaltung einen Beitrag zu dieser wichtigen Thematik leisten. Es zeigte sich auch, dass die 17 Nachhaltigkeitsziele der Menschheit ohne Erinnerungsarbeit nicht erreicht werden können. Waches Bewusstsein und engagierte Öffentlichkeit sind mehr denn je dazu notwendig.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit BrasilNile e.V realisiert und finanziell durch Elan e.V. und der Bingo Umweltlotterie unterstützt.

Rabia Salim

Eine-Welt-Fachpromotorin für Migration und entwicklungspolitische Bildung


Bildquelle: ÖFO e.V.


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