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Wie setzt sich Deutschland mit Rassismus auseinander?

Aktualisiert: 15. Juni 2022

Veranstaltungsbericht zum Vortrag am 8.Juni 2022 im IBBO in Mainz






Diese Frage stand im Mittelpunkt des Vortrages, der am Mittwoch, den 8.Juni 2022 im interkulturellen Bildungs- und Begegnungszentrum veranstaltet wurde.

Prof. Dr. Franz Hamburger stellte die zentralen Ergebnisse der Studie "Rassistische Realitäten- Wie setzt sich Deutschland mit Rassismus auseinander?" den 30 Teilnehmenden vor. Die Auftaktstudie „Rassistische Realitäten“ wurde Anfang Mai vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung veröffentlicht und dient zur Vorbereitung des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors und beleuchtet erstmals umfangreich, wie sich unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen mit Rassismus auseinandersetzen. Für die Studie wurden zwischen April und August 2021 über 5.000 Menschen in Deutschland telefonisch befragt. Ein Ergebnis der Studie ist es zum Beispiel, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten anerkennen, dass es Rassismus in Deutschland gibt (90 %) und dass knapp zwei Drittel der Bevölkerung bereit sind, sich gegen Rassismus zu engagieren oder dies bereits schon tun. Freilich handelt es sich dabei teilweise um eine hypothetische Bereitschaft.



Neben einem breiten Problembewusstsein und Bereitschaft zum Engagement gegen Rassismus zeigt die Studie jedoch auch, dass sich rassistische Denk- und Handlungsmuster hartnäckig in der Gesellschaft halten, so das Fazit der Studie.

In der sich anschließenden Fragerunde gab es eine rege Diskussion über die Verwendung von Begrifflichkeiten und den Austausch zu Handlungsempfehlungen, um als Individuum sich im Alltag stärker gegen rassistische Äußerungen und Einstellungen zu Wehr zu setzen. Gleichzeitig äußerte Hamburger auch Kritik an einer grenzenlosen Ausdehnung des Rassismus-Begriffs und plädierte für differenzierte Unterscheidungen. Eine Alternative bietet beispielweise das Konzept der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“, das vielfältige Formen der Ablehnung und Abwertung von Menschen genauer darstellen kann.


Die vollständigen Ergebnisse der DeZIM-Studie "Rassistische Realitäten" finden Sie hier.


Foto: ÖFO e.V.

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