Geschichte der ÖFO

Ökumenischen Flüchtlingshilfe Oberstadt e.V.

Obwohl erst 2015 erstmals die Idee zur Gründung einer „Ökumenischen Flüchtlingshilfe Oberstadt – ÖFO“ aufkam, hat die ÖFO schon eine recht wechselvolle Geschichte hinter sich. Die Gründerinnen und Gründer haben lange darüber nachgedacht, ob es tatsächlich notwendig ist, der ÖFO die Rechtsform eines Vereins zu geben und damit viel „Verwaltung“ auf sich zu nehmen. Heute wissen wir, dass es ein richtiger Schritt war, zur ÖFO e.V. zu werden. Ohne die Strukturen und klaren Regeln der Verantwortlichkeit, wie sie die Vereinsform erforderlich macht, vor allem aber ohne die vielfache Förderung aus öffentlichen Mitteln, die die Rechtsform des Vereins zur Voraussetzung hat, könnten wir unsere heutige Form der Integrationsarbeit nicht leisten.

 

Was tun wir?

Wir haben früh erkannt, dass die geflüchteten Menschen, neben der existenziellen Versorgung und dem Spracherwerb, vor allem auch den sozialen Austausch mit der Bevölkerung benötigen, um Einblicke in Kultur und Werte zu erhalten und vor Ort eine Heimat zu finden. Hierzu gehören auch die Vorbereitung auf die Herausforderungen in Schule und Beruf sowie begleitende Unterstützung in allen Alltagsbelangen und der allgemeine Austausch mit der Mainzer Bevölkerung.  Die Eltern benötigen Unterstützung in Fragen der Erziehung, die sich an unseren gesellschaftlichen Werten und Gegebenheiten orientieren. Grundsätzliche Herausforderung ist zudem die Anerkennung von Berufsabschlüssen und die Anpassung an westliche Standards auf dem Arbeitsmarkt.

Das Überwinden von Traumata sowie der positive Blick nach vorne sind wichtige Aspekte, um geflüchteten Menschen Lebensqualität zu ermöglichen und Zugehörigkeitsgefühl entstehen zu lassen. Dabei ist auch geschlechterspezifische Förderung nötig. Männliche Geflüchtete sind den weiblichen quantitativ überlegen. Dazu kommen oftmals aus dem Flüchtlingsland mitgebrachte Wertvorstellungen, die vom westlichen Rollenverständnis abweichen und mit unseren grundgesetzlichen Normen nicht vereinbar sind. Herausforderungen zeigen sich in den unterschiedlichsten Situationen, wie beispielsweise beim Einhalten von Terminen und der unterschiedlichen Auffassung von Kindererziehung und in der Bewältigung eines selbständigen Lebens in einer eignen Wohnung.

Unser Augenmerk richtet sich insbesondere auf Integrationshemmnisse, auf die Bereiche, die staatlich oder kommunal noch nicht geregelt sind oder ohne besondere Unterstützung nicht genutzt werden können.

Ein besonders hohes Maß an Unterstützung und Orientierungshilfen brauchen die geflüchteten Menschen ohne Bleibeperspektive, die keinen Anspruch auf einen Integrationskurs haben.

Warum "ökumenisch"?

Der Name „Ökumenische Flüchtlingshilfe Oberstadt – ÖFO“ wurde von den Gründerinnen und Gründern des Vereins bewusst als Ausdruck eines religionsübergreifenden Wertesystems gewählt. Dabei wurde der Begriff des „Ökumenischen“ in der üblichen Verwendung als Einheit der christlichen Gemeinschaften verwendet. Ursprüng-lich hat das Wort die Bedeutung „die ganze bewohnte Erde“. 

„Ökumenisch“ bedeutet für uns heute die friedensfördernde Zusammenarbeit und das Bemühen um die Gemeinsamkeit aller Menschen zum Wohle der Menschen. In diesem Sinne versteht sich die ÖFO als ökumenisch.

Die ÖFO hat in ihrem Namen eine weitere Spezifikation: sie ist in der Oberstadt von Mainz entstanden, als dort eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet wurde. Unsere Aktivitäten haben sich mit der Verlagerung vieler Menschen aus dieser Unterkunft in das Allianzhaus dorthin ausgeweitet. Inzwischen beziehen sich unsere Aktivitäten auf das ganze Stadtgebiet. Die Besucher unseres „Interkulturellen Bildungs- und Begegnungszentrums Oberstadt (IBBO)“ kommen aus allen Stadtteilen, die Zusammenarbeit der ÖFO schließt einige Organisationen in der ganzen Stadt ein. Insoweit beschreibt der Name ÖFO den weiterhin wichtigen Standort des Vereins und des IBBO, ihre Heimat gewissermaßen, doch wir sind in der ganzen Stadt aktiv.

Allgemeine Infos

Copyright © 2020 Ökumenische Flüchtlingshilfe Oberstadt e.V. All rights reserved.

    Kontakt

        Mo. - Fr.: 10:00 - 17:30

  • Facebook